Auswärtsfans deutlich in der Überzahl

SVGO Bremen III - HVH Herren   23:20 (13:10) 

 

Grambke / Oslebshausen gegen Vegesack / Hammersbeck 1:35 ( !!! ) ??? Das war natürlich nicht das Spielergebnis, wohl aber das Zuschauerverhältnis am Sonntagabend in der Halle Sperberstraße. Vom Gastgeber-Team war es eine einzige Spielerpartnerin, die auf der Tribüne Platz genommen hatte. Auf der anderen Seite war eine beeindruckende Schar von HVH-Fans ihrer Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Oslebshausen gefolgt. Chapeau! Auf den Heimweg machten sie sich allerdings mit langen Gesichtern, denn das Spielresultat stand im krassen Gegensatz zum Zuschauerverhältnis.

In der Torfolge-Beschreibung auf dem Spielbericht war in der Anfangsviertelstunde in siebenmaligem Wechsel erst Tor-Heim, dann Tor-Gast vermerkt. Nach jedem Ausgleich keimte die Hoffnung, diesem Rhythmus Einhalt gebieten zu können. Das geschah dann auch, aber leider beim Stande von 8:7 - und eben nicht in unserem Sinne. Statt wieder auszugleichen, geriet das heute allein von Uwe betreute HVH-Team mit 10:7 ins Hintertreffen. Wenig später hieß es 12:8, ehe sich die Gastgeber wegen Meckerns eine doppelte Unterzahl einhandelten und deren Vorsprung prompt auf 12:10 dahinschmolz. Mit 13:10 ging es zur Pause in die Kabinen.

Unsere Sieben hatte den Glauben an sich selbst noch längst nicht verloren. Uwe lobte später die Einstellung und die Geschlossenheit seiner jungen Leute - dass sie tatsächlich als 'Mannschaft' auftraten und das Ruder herumzureißen versuchten. Nichtsdestotrotz taten sie sich weiterhin schwer. Das Angriffsspiel war zu durchsichtig angelegt und wirkte oft ideenlos gegen die gut gestaffelte SVGO-Defensive; die Überraschungsmomente fehlten. Zudem fiel Luc nur wenige Minuten nach Wiederbeginn wegen Verletzung als wichtige Rückraumstütze aus. So gelang es nicht, den Rückstand in entscheidendem Maße und nachhaltig zu verringern. Mit 19:16 ging es in die letzten 10 Minuten. Nach dem 20:16 kam dann aber unvermutet die HVH noch einmal so richtig zum Zuge. Zweimal Niklas und einmal Jan F. machten 3 Buden in Folge; und plötzlich doch noch ein Hoffnungsschimmer am Horizont! Doch statt kühlen Kopf zu bewahren und die Partie konzentriert weiterzuspielen, wollte man es nun mit Gewalt wissen. Drei schwere Fehler mit daraus resultierenden Ballverlusten kurz hintereinander machten die Riesengelegenheit zunichte, die Partie zu drehen. Zudem hatte sich das Glück - nicht erst jetzt - eher den Gastgebern zugewandt. Als zum Beispiel Jascha schon lange vorher 3 größte Einwurfmöglichkeiten hintereinanderweg mit tollen Paraden vereitelt hatte, fiel auch der letzte abgeprallte Ball noch einmal einem SVGO-Akteur in die Hände - und der ihn dann doch noch 'reinmachte'. Oder als der Schütze das Spielgerät nach seinem an den Pfosten geknallten Siebenmeter wieder zu fassen kriegte und im Nachwurf einnetzte - und das kurz vor Ultimo beim Stande von 20:19! Den Schlussakkord setzte der Gastgeber. Der 23:20-Erfolg war sicherlich aufgrund des gesamten Spielverlaufs nicht unverdient.

Es war ein Handballspiel, das von der Spannung lebte. Beide Abwehrreihen wussten zu gefallen. Bei uns haperte es eher im Spiel nach vorn. Es wurde oft zu statisch operiert. Es gab für die HVH keinen einzigen Siebenmeter; vielleicht ein Indiz dafür, dass über den Kreis noch mehr hätte versucht werden können. Die Gastgeber wirkten lange beweglicher und spritziger. Als sie am Ende ihrem Tempo Tribut zollen mussten, gerieten sie noch einmal ins Schwimmen. Diese Chance konnte die HVH-Equipe leider nicht nutzen.

"Noch sind wir in der Liga nicht richtig angekommen. Aber aus jedem Spiel nehmen wir neue Erfahrungen mit; mit jedem Spiel lernen wir dazu", entschuldigte Uwe die am Schluss etwas fehlende Ruhe und Cleverness.

Harte Zeiten also weiterhin für diejenigen Nordbremer Sportfans, deren Herz sowohl für die HVH- Bremenliga-Handballer als auch für die Werder-Bundesliga-Fußballer schlägt. Beide Vereine warten auf den ersten Sieg. Während Werder die Möglichkeit hat, am kommenden Sonnabend beim HSV dieNegativserie zu beenden, müssen die Jungs von Uwe und Rolf noch bis nach den Herbstferien warten.

Am 22. Oktober um 18.00 Uhr in der Lerchenstraße könnte es dann aber so weit sein - gegen die SV Hemelingen, die mit ebenfalls 0:6 Punkten und einer noch etwas schlechteren Tordifferenz auch nicht besser aus den Startlöchern gekommen ist.

 

Tor:

Jan Schulz, Jascha Springer

Feld: 

Bobby Arfmann-Knübel, Luc Fahsing (2), Jan Fasse (4), Nils Grundmann (1), Lars Lisson (2), Niklas Nareyka (3), Furkan Özkul, Björn Przygoda (1), André Röse (3), Julius Schiewe (4), Fabian Sobota, Yannik Woelke

Nicht im Kader: 

Bastian Preuß, Sascha Gramberg

Trainer: 

Uwe Poplawski, Rolf Wieduwilt

© HVH-BREMEN 2017   |   LOGIN  |   IMPRESSUM