Einbruch nach dem Seitenwechsel

24 : 34 ( 13 : 13 ) 

 

Natürlich wussten alle Beteiligten um die Schwere der Aufgabe gegen die HSG Delmenhorst III, die in der letzten Saison mit gerade mal 3 Niederlagen in 20 Spielen und mit nur 1 Punkt Rückstand einen hervorragenden 2. Platz in der Bremenliga belegt hatte. Umso größer war die Überraschung und aufkommende frohe Erwartung, als unser Team 30 min. nicht nur gut dagegen-, sondern auch bequem mithalten konnte.

 

Die Partie begann mit einem munteren Torewerfen auf beiden Seiten. Möglicherweise hatte die Anfangsnervosität einen starken Anteil daran - auf jeden Fall bekamen bis zur 10. Spielminute ( 6:6 ) sowohl Bastian im HVH-Tor als auch sein Pendant auf der Gegenseite nur selten mal eine Hand an den Ball. Dann fanden langsam beide Defensivreihen besser zusammenfassen, schlossen die anfänglichen Lücken und gaben damit auch ihren Torhütern die Möglichkeit, sich auszuzeichnen. In den zweiten 10 Minuten ( Zwischenstand 9:8 ) waren wesentlich mehr gelungene Torhüterparaden denn Torerfolge zu bejubeln. Die Hoffnung der HVH-Anhänger, dass ihr Team einen Vorsprung mit in die Pause nehmen könne, wurden Sekunden vor dem Halbzeitpfiff per Siebenmeter durch die niedersächsischen Gäste zunichte gemacht. 13:13 - ein zu diesem Zeitpunkt gerechtes Resultat, das für beide Parteien noch alle Optionen auf einen erfolgreichen Ausgang offen ließ.

Was nach Wiederbeginn passierte, lässt sich beschreiben und in Worte fassen; warum es so kam, ist eigentlich aber kaum zu verstehen. Die Delme-Städter markierten die nächsten 4 Treffer, die Gastgeber machten 1 Tor, Delmenhorst dann wieder 3 in Folge. Nach etwa 40 min. war der berühmte Drops mit 14:20 eigentlich bereits gelutscht. Vieles erinnerte dabei an das Spiel vor 2 Wochen an gleicher Stätte, als sich die SG Findorff ebenfalls in der ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs vorentscheidend abgesetzt hatte.

 

Ganz gleich, welche Akteure und in welcher Rollenverteilung Rolf, der in Abwesenheit von Uwe die Mannschaft im Solo-Einsatz coachte, auch auf die Platte schickte, gegen die Überlegenheit des Gegners war überhaupt kein Kraut gewachsen. Im HVH-Tor hatte Jascha nicht seinen glücklichsten Tag erwischt und musste gegen Ende noch einmal wieder für Bastian Platz machen.

Über 20:28 nach 50 Minuten setzte sich die HSG aus Delmenhorst im weiteren Verlauf kontinuierlich bis zum klaren 24:34 am Ende ab.

Einige Zuschauer wollten Konditions- und Fitnessschwächen erkannt haben, andere bemängelten die fehlende mannschaftliche Geschlossenheit in der kritischen Phase. Tatsache ist, die Delmenhorster hatten eine sehr junge Truppe zur Verfügung, die nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit in der Lage war, noch einmal immens nachzulegen und über viel Tempo und mit großer Zielstrebigkeit das Geschehen an sich zu reißen. Unsere Mannschaft fand kein Mittel gegen einen nun in allen Belangen überlegenen Gegner. Die Folge war eine noch größere Verunsicherung und die Herausnahme des Tempos bei den eigenen Vorwärts-Aktionen, was die Situation darüber hinaus erschwerte. Die Zuflucht in Einzelaktionen war verständlich, half aber nicht weiter, konnten diese doch nur gelegentlich erfolgreich abgeschlossen werden.

 

Am Ende stand eine Niederlage, die - vielleicht nicht in dieser Höhe, aber doch - zu erwarten war. Als das HVH-Team seine spielerische und auch kämpferische Linie verlor, bewies ein auch handballerisch überzeugender Gegner den längeren Atem und war in der Lage, sich noch einmal ausschlaggebend zu steigern.

Während sich die HVH momentan zusammen mit 3 weiteren Teams mit jeweils 0:4 Punkten am Tabellenende tummelt, nimmt die HSGD nach zwei Auswärtssiegen schon jetzt wieder Rang 2 ein und wird sicherlich auch zukünftig ganz oben mitmischen.

 

Tor: 

Bastian Preuß, Jascha Springer

 

Feld: 

Bobby Arfmann-Knübel (1), Luc Fahsing (4), Sascha Gramberg, Nils Grundmann (3), Lars Lisson (2), Niklas Nareyka (3), Furkan Özkul, Björn Przygoda (3), André Röse (2), Julius Schiewe (3), Fabian Sobota, Yannik Woelke (3)

 

Nicht im Kader: 

Jan Schulz, Jan Fasse

 

Trainer: 

Uwe Poplawski, Rolf Wieduwilt

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